Schule vorbei. Was nun?

Ein Freiwilliges Jahr in Argentinien

Die Idee ein FSJ zu machen, hatte ich schon relativ früh in der 10. Klasse. Schon damals stand für mich fest, dass ich nach meinem Abitur nicht direkt mit einem Studium oder einer Ausbildung beginnen wollte. Also fing ich Anfang der Oberstufe an, mich umzugucken, wo man ein FSJ machen könnte. Ich spielte damals mit dem Gedanken, dieses an einer Grundschule zu machen. Nach und nach schien mir das aber etwas zu langweilig und gleichzeitig wollte ich einfach mal raus aus Magdeburg und meinem gewohnten Alltag. Eines Tages erfuhr ich über Bekannte von der Organisation „kulturweit“. Ich schaute mir die Homepage an und war echt überrascht, da das Angebot von „kulturweit“ genau meine beiden Wünsche, ein FSJ zu machen und mal aus Magdeburg und Deutschland herauszukommen, kombinierte. Einen Bundesfreiwilligendienst im Ausland zu machen, fand ich sehr interessant und bewarb mich über die Onlinebewerbung.

 

Als ich ein paar Monate später eine Zusage von „kulturweit“ bekam und erfuhr, dass ich tatsächlich für ein Jahr nach Südamerika gehen könnte, war zwar die Freude groß, aber gleichzeitig bekam ich auch ein mulmiges Gefühl, da ich bis dahin wirklich kein Wort Spanisch konnte. Trotzdem sagte ich direkt zu. Lateinamerika war schon immer ein Ziel, das ich gerne mal bereisen wollte.
Nach erfolgreichem Abitur und ein paar letzten Sommerwochen in Deutschland ging es dann für mich im September 2018 nach San Miguel de Tucuman im Nordwesten Argentiniens. In meiner Einsatzstelle, einer technischen Schule, an der die Jugendlichen auch Deutschunterricht belegen können, unterstütze ich die Schüler im Unterricht bei Übungen zur Aussprache, zum Wortschatz und kontrollierte Tests und Klassenarbeiten. Natürlich hatten die Schüler auch oft Fragen über das Leben in Deutschland.

 

Neben der täglichen Arbeit in der Schule lief natürlich auch das private Leben. Von Tag zu Tag lernte ich besser Spanisch und viele neue Leute kennen. Darunter viele Argentinier in meinem Alter, aber auch andere Europäer, die ein Auslandssemester oder Schüleraustausch in der Region machten. Vor allem wurde ich von der Familie meiner Deutschlehrerin sehr herzlich aufgenommen. Bei dieser verbrachte ich mein erstes Weihnachten am Pool und unter Palmen, da ja die Jahreszeiten genau umgekehrt sind. An das Weihnachtsfest schlossen sich die Sommerferien an, in denen ich mit einem Freund eine Reise durch Bolivien, Peru, Uruguay, Paraguay und Brasilien machte. Unendlich viele unvergessliche Erinnerungen sind auf dieser Reise und meiner Zeit in Argentinien entstanden.

 

Empfehlen kann ich einen solchen Auslandaufenthalt jedem, egal in welchem Rahmen. Er bietet einem nicht nur die Möglichkeit, eine andere Sprache fließend zu lernen und ein anderes Land und seine Kultur zu erleben, man bekommt auch einen ganz neuen Blick auf das eigene Leben, muss vieles selbstständig lösen und entwickelt sich auf jeden Fall weiter. Ich fühle mich viel reifer und erfahrener nach diesem Jahr. Gleichzeitig hat das Jahr auch meine Sicht auf die Dinge verändert. Ich gehe jetzt viel entspannter an Sachen heran und bin offener für alles. Auch hinsichtlich meines Berufswunsches hat sich Einiges getan. Mein großes Ziel ist es nun, auf jeden Fall später wieder ins Ausland zu gehen und dort zu leben.

Paul aus Magdeburg, 19

 

Freiwilliges Jahr in Argentinien

 

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Kommentare

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Vivien19.09.2019 11:31 Uhr
Hallo, mich würde mal interessieren, ob man die Reisekosten selbst trägt und ob man dann dort im Ausland Geld verdient. Man braucht doch bestimmt auch eine Wohnung oder?
Ansonsten ein interessanter Artikel. Die Organisation kannte ich noch gar nicht.
Viele Grüße Vivienne
Paul21.09.2019 13:06 Uhr
Hey Vivien,
Kulturweit gibt je nach Entfernung zum Einsatzland einen Reisekostenzuschuss ( bei mir 1200€). Außerdem zahlen sie ein Gehalt von 350€ im Monat und ein Zuschuss von 300€ für einen Sprachkurs. Weitere Infos findest du auf der Webseite von ihnen.
LG Paul
Vivien23.09.2019 14:45 Uhr
Oh super danke!
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