Zwischen Tafelberg und Elefanten

Mein Hochschulpraktikum in Südafrika und Namibia

Wenn ich mir jetzt nach vier Jahren die ganzen Bilder aus Kapstadt und Namibia angucke, schwelge ich doch gerne wieder in Erinnerung. Erst war ich mir nicht ganz so sicher, ob ich ein Praktikum so weit weg von meiner Familie und meinen Freunden angehen soll. Während meines Studiums an der Hochschule Harz in Wernigerode lernte ich viel über fremde Kulturen, andere Leute und Tourismus in den verschiedensten Ländern.

Die Hochschule bietet Jedem, der dort studiert, die Möglichkeit, ein Auslandssemester oder ein Praktikum im In- oder Ausland zu machen. Die ersten drei Semester lernten wir am Stück unglaublich viel, es war eine super Zeit aber auch kein Puppenspiel. Als die Frage aufkam, was ich jetzt mache, Praktikum in Deutschland, ein Auslandssemester oder was ganz anderes und ich noch den Kopf voll mit der letztens Prüfungsphase hatte, entschied ich mich, es wurde Zeit für was Verrücktes.


Ich googlete nach Reiseanbietern in Kapstadt und wurde auch schnell fündig.
Bewerbung kurz mit Freunden auf Englisch übersetzt und abgeschickt.
Eigentlich habe ich mit keiner Antwort gerechnet, doch in meinen Semesterferien am Strand dann die E-Mail:
„Hey, hier ist Jochen aus Kapstadt, falls du Lust hast auf ein richtig cooles Praktikum, melde dich bei mir.“

 

Meine Mutter war extrem skeptisch, wie man so entspannt schreiben kann und hatte eher Angst, dass das irgendeine Verarsche war. Doch ich war Feuer und Flamme. So packte ich also meine Sachen, holte mir einen Internationalen Führerschein und flog nach Kapstadt. Am Flughafen wartete ich eine gefühlte Ewigkeit auf Jochen und ich hatte wirklich Angst, ob ich direkt wieder nach Hause fliegen kann. Doch dann kam er um die Ecke gesaust.

 

Meine Zeit in Kapstadt war super.
Auf der Arbeit waren alle freundlich und nahmen mich herzlichst auf. Ich durfte mir wirklich sehr viel angucken und lernte auch sehr viel über Arbeitsweisen in anderen Ländern. Dass die so unterschiedlich sind hätte ich niemals gedacht. Kapstadt ist eine sehr schöne Stadt. Anders kann man es nicht sagen...

 

Auf den Touren, auf denen ich regelmäßig dabei sein durfte, wanderten wir auf den Tafelberg, führten deutsche Gruppen an unsere Lieblingsplätze in Südafrika und verbrachten mit Ihnen Grillabende an atemberaubenden Plätzen. Klar war die Büroarbeit auch manchmal stressig, aber ich konnte vieles, was ich im Studium gelernt habe, tatsächlich anwenden.

 

Hochschulpraktikum Südafrika

Durch mein Praktikum lernte ich schnell richtig Englisch und wurde in der Sprache immer sicherer. Man kann sich nicht vorstellen, wie einfach das mit der Sprache ist, wenn man sie tatsächlich sprechen muss.
Klar hatte ich auch einige negative Erlebnisse. Kapstadt ist nicht Deutschland, wo man sich extrem sicher auch noch abends auf den Straßen bewegen kann. Man muss sich gut vorbereiten, wenn man in Länder reist, in denen eine größere Armut herrscht. Beispielsweise musste ich lernen mein Handy nicht in meiner Hand zu halten, wenn ich durch die Straßen gehe oder meine Tasche nicht offen zu lassen und sie einfach umzuhängen. Rückblickend war die Anpassung in meinem Verhalten auch das anstrengendste, aber auch das Prägendste. Die Tage gingen schnell vorüber und bevor ich mich versah stand ich mit einem Koffer voll Erfahrungen, neuen Freunden und als anderer Mensch in Frankfurt am Flughafen und nahm meine weinende Schwester in die Arme.

Das war eine mega Zeit! Zurück im Harz beendete ich mit Ach und Krach mein Studium. Nur mit Hilfe meiner besten Freundin, mit der ich viel Zeit in unserer Zweier Lerngruppe verbrachte und meinem Professor, der mir immer sagte: Christin, wer in der Prüfungsphase Spaß hat, schafft sein Studium nicht, hielt ich irgendwann meine Bachelorarbeit in der Hand.

 

Christin aus dem Harz, 28

 

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